Männerträume - Frauenwünsche
vom goldenen Mörser und anderen erstaunlichen Dingen
Kurt Tucholski : Mit dem nackten Körper stets den Begriff Erotik zu verbinden, das ist ungefähr so intelligent, wie beim Mund stets ans Essen denken."
"Bosche erzählt davon wie selbstverständlich. Obwohl es unter die Gürtellinie geht und kein Blatt vor den Mund genommen, noch ein Wort verschluckt wird, ist es in keinem Moment peinlich, unangenehm berührend. Es ist." – sagt die Presse
Bosche erzählt erotische Märchen aus aller Welt. Er erzählt davon wie selbstverständlich. Obwohl es unter die Gürtellinie geht und kein Blatt vor den Mund genommen, noch ein Wort verschluckt wird, ist es in keinem Moment peinlich, unangenehm berührend. Es ist. Bosche erzählt voll Mehrdeutigkeit, mit frischem Humor und durchaus lehrreich. Seine Hände erzählen Geschichten, sein Körper vermittelt Stimmungen, seine unterschiedlichen Gesichter locken und verführen mit Ernst und Eleganz, Witz und Charme. Das gesprochene Wort beherrscht die Szene, schafft Raum für eigene Bilder und verbindet Fantasie und Wirklichkeit. Kino im Kopf. Man vergisst seinen Nachbarn, seine Begleitung und, anstatt sich nur zu amüsieren, macht sich jeder auf seinen eigenen märchenhaften Weg. Erschrickt. Bosche unterstützt. Wirft neue Worte ein, macht Bemerkungen, schenkt Bilder. Ist immer da und aufmerksam.
Wegen ihrer wundersamen Verwandlung sind Raupe und Schmetterling in der Weltliteratur, in Fabeln und Gedichten, allgegenwärtig. Der Falter gilt als Symbol der Schwerelosigkeit ebenso wie alles Vergänglichen, als flatterhafter Liebhaber und Verführer, etc., wie z. B. in folgendem charmantem Aperçu von Heinrich Heine:
Die kleine Harfenistin
Die kleine Harfenistin mußte wohl bemerkt haben, daß ich, während sie sang und spielte, oft nach ihrer Busenrose hinblickte, und als ich nachher auf den zinnernen Teller, womit sie ihr Honorar einsammelte, ein Geldstück warf, das nicht allzuklein war, da lächelte sie schlau und frug heimlich: ob ich ihre Rose haben wolle? --- Nun bin ich aber der höflichste Mensch von der Welt, und um die Welt ! möchte ich nicht eine Rose beleidigen, und sei es auch eine Rose, die sich schon ein bißchen verduftet hat. Und wenn sie auch nicht mehr, so dacht ich, ganz frisch riecht und nicht mehr im Geruche der Tugend ist, wie etwa die Rose von Saron, was kümmert es mich, der ich ja doch den Stockschnupfen habe! Und nur die Menschen nehmen's so genau. Der Schmetterling fragt nicht die Blume: hat schon ein anderer dich geküßt? Und diese fragt nicht, hast du schon eine andere umflattert? Dazu kam noch, daß die Nacht hereinbrach, und des Nachts, dacht ich, sind alle Blumen grau, die sündigste Rose ebensogut wie die tugendhafteste Petersilie. Kurz und gut, ohne allzulanges Zögern sagte ich zu der kleinen Harfenistin: »Si Signora«-
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