Erzähltheater, Gerhard P. Bosche,Bosche,Märchen,Erzählkunst

Sprüche

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Königslied

Darfst das Leben mit Würde ertragen,
nur die Kleinlichen macht es klein;
Bettler können dir Bruder sagen
und du kannst doch ein König sein.

Ob dir der Stirne göttliches Schweigen
auch kein rotgoldner Reif unterbrach,
Kinder werden sich vor dir neigen,
selige Schwärmer staunen dir nach.

Tage weben aus leuchtender Sonne
dir deinen Purpur und Hermelin,
und, in den Händen Wehmut und Wonne,
liegen die Nächte vor dir auf den Knien.

Rainer Maria Rilke in "traumgekrönt"

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Ein Prall - ein Schall - dicht am Gesicht -
Verloren ist das Gleichgewicht.

So töricht iste der Mensch. - Er stutzt,
Schaut dämisch drein und ist verdutzt,
Anstatt sich ert mal solche Sachen
In aller Ruhe klarzumachen.

Hier strotzt die Backe voller saft;
Da hängt die Hand, gefüllt mit Kraft.
Die Kraft, infolge der Erregung,
Verwandelt sich in Schwungbewegung:
Bewegung, die in schnellem Blitze
Zur Backe eilt, wird hier zur Hitze:
Die Hitze aber, durch Entzündung
Der Nerven, brenn als Schmerzempfindung
Bis in den tiefsten Seelenkern
Und dies Gefühl hat keiner gern:

Ohrfeige heißt man diese Handlung
Der Forscher nennt es Kraftverwandlung

aus: Balduin Bärlamm, der verhinderte Dichter (1836)

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Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.

Wilhelm Busch

 

Es gibt zwei Möglichkeiten Karriere zu machen:
Entweder man leistet wirklich etwas,
oder man behauptet,
etwas zu leisten.
Ich ziehe die
erste Methode vor.

Hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so groß.
Danny Kaye

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Gedichtsuche

 

Gestern fand ich ein Gedicht

dass mir aus der Seele spricht

Wörter rieben Schicht an Schicht

Erinnre mich doch der Worte nicht

 

die Seite - fort

der Cache ist leer

ein Wörtertod im Wörtermeer

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Schlafversuch

Am Teich eine Decke ausgebreitet
Grashalme erniedrigt
Die Nachbarin aus den Augenwinkeln belauert
Fische beim Ringeln gezählt
Dem
Himmel Wolken verschoben
Kondensstreifen befühlt
Blättern beim Rascheln zugesehen 
Dem Wellendrängen nachgegeben

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Ein neuer Tag
im Juli

Es ist ein neuer Tag
der mich nicht fragen will
warum
und ob ich lebe
doch pfeift er
am Morgen
mit
Vögeln

nur die Raben
schweigen:

Noch ist nicht Herbst

© Georges Ettlin, 2010

 

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   Man wird wieder aus Himmeln und Sternen
Bilder machen
und die Spinnweben alter Märchen 
                          auf offene Wunden legen.  
(Chr. Morgenstern)

Auch das noch:
Soziologenstreit über Grimms Märchen:
Amerikaner sind der Ansicht, "Schneewittchen" und "Aschenputtel" vermitteln kleinen Mädchen die Botschaft,
dass nur Schönheiten Erfolg hätten - das schwäche deren Selbstbewusstsein.
Briten dagegen meinen, gerade "Aschenputtel" zeige, dass man es selbst in Lumpen zu etwas bringen kann, wenn man gut ist.

LN / Weltspiegel vom 27.11.03

 

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Wie kann man Geschichtenerzähler vergleichen?
Wir sind alle verschieden. Wem ein Geschichtenerzähler ans Herz rührt, für den sind seine Geschichten die Besten.

So kommt es, dass ein Geschichtenerzähler für einen Menschen gut ist und für einen anderen nicht.
Das kannst Du nicht ändern.

Aber wenn ein Geschichtenerzähler die Ohren vor den Anderen verschließt, wie will er dann sein Wissen vergrößern?
Ein jeder von uns sieht die Welt mit anderen Augen. Das ist das größte Geschenk, das ein Geschichtenerzähler machen kann - die Gabe des Sehens
und der Reichtum, den jemand durch das Verstehen dieses Sehens erlangt.

aus: Sue Harrison, Der Ruf der Sterne< table border="0" bordercolor="#FFFFFF" width="100%">

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Der Juni

Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte,
Ist schon ein halbes Jahr herum
Und fühlt sich als Geschichte.

Die Kirschen werden reif und rot,
Die süßen wie die sauern.
Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub,
So sehr wir es bedauern.

Aus Gras wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung.
Aus manchem, was das Herz erfuhr,
Wird, bestenfalls, Erfahrung.

Es wird und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder
Und, weil's zur Jahreszeit gehört,
Aus Küssen kleine Kinder.

Die Vögel füttern ihre Brut
Und singen nur noch selten.
So ist's bestellt in unsrer Welt,
Der besten aller Welten.

Spät tritt der Abend in den Park,
Mit Sternen auf der Weste.
Glühwürmchen ziehn mit Lampions
Zu einem Gartenfeste.

Dort wird getrunken und gelacht
In vorgerückter Stunde
Tanzt dann der Abend mit der Nacht
Die kurze Ehrenrunde.

Am letzten Tische streiten sich
Ein Heide und ein Frommer,
Ob's Wunder oder keine gibt.
Und nächstens wird es Sommer.

Erich Kästner

Der Lenz ist da
 

Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
Dann im Kalender und dann in der Luft,
Und endlich hüllt auch Fräulein Adelgunde
Sich in die frischgewaschene Frühlingsluft.

Ach ja, der Mensch! Was will er nur vom Lenze?
Ist er denn nicht das ganze Jahr in Brunst?
Doch seine Triebe kennen keine Grenze ?
Dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.

Der Vorgang ist in jedem Jahr derselbe:
Man schwelgt, wo man nur züchtig beten sollt,
Und man zerdrückt dem Heiligtum das gelbe
Geblümte Kleid ? Ja, hat das Gott gewollt?
 Die ganze Fauna treibt es immer wieder:
Da ist ein Spitz und eine Pudelmaid?
Die feine Dame senkt die Augenlider,
Der Arbeitsmann hingegen scheint voll Neid.

Durch rauh Gebrüll lässt sich das Paar nicht stören,
Ein Fußtritt trifft den armen Romeo ?
Mich deucht, hier sollten zwei sich nicht gehören...
Und das geht alle, alle Jahre so.

Komm, Mutter, reich mir meine Mandoline,
Stell mir den Kaffee auf den Küchentritt.
Schon dröhnt mein Bass: Sabine, bine, bine...
Was will man tun? Man macht es schließlich mit.
 

Kurt Tucholsky (1890–1935)

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Die Liebe gleichet dem April

Gedicht von Emanuel Geibel

Die Liebe gleichet dem April
Bald Frost, bald fröhliche Strahlen,
Bald
Blüten im Herzen, in Thalen,
Bald stürmisch und bald still:
Bald heimliches Ringen und Sehnen,
Bald Wolken,
Regen
und Thränen,
Im ewigen Schwanken und Wähnen,
Wer weiß, was werden will.

Emanuel Geibel

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März

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mitten drin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und oben drüber, schneit es, hu !

Sie rücken zusammen, dicht an dicht,
so warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hör´n alle drei ihrer Herzlein Gepoch,
und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

von Christian Morgenstern

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Februar

Im Angesicht des Meeres
Eine uralte Anekdote aus Persien zeigt uns den Erzähler als einsamen Mann,
der auf einem Felsen am Meer steht.
Er erzählt ohne Unterbrechung,
Geschichte nach Geschichte,
und macht nur eine Pause,
um von Zeit zu Zeit ein Glas Wasser zu trinken.

Das Meer hört ihm still und gebannt zu.

Und nun frage ich Dich, verehrter Zuhörer:
»Wer weiß, was das Meer täte, wenn der Erzähler eines Tages
schwiege
oder zum Schweigen gebracht würde?«

Aus: Jean-Claude Carriére, Der Kreis der Lügner


NOVEMBER

Herbstfarben

Sei grün!
Das Einfache tun und einfach nicht lassen,
der Nichtachtung danken für stilles Genießen,
das Leben erleben, nichts fürchten, nichts hassen,
wie Gras immer jung sein und überall sprießen!

Sei gelb!
Das Dunkel verwandeln in Schatten von Lichtern,
Gestalten erfüllen mit Wärme und Schein,
sich tausendfach spiegeln in ihren Gesichtern,
so angestrahlt strahlend ein Sonnengott sein!

Sei blau!
Das Leichte ertragen, das Schwere versenken,
den Widerstand brechen mit einer Bewegung,
als Tropfen, als Welle Meer fühlen, nicht denken,
nur unbeirrt fließen in kühler Erregung!

Sei rot!
Den Heißhunger stillen, das Ganze verlangen,
je wilder, je lieber im Winde sich drehen,
was brennen will, beißen mit hochroten Wangen,
im plötzlichen Feuer verzehrend vergehen!

P.T.Schulz

 

OKTOBER

Christian Morgenstern

Der Schnupfen

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse

- und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.

Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!"
und hat ihn drauf bis Montag früh.
 


SEPTEMBER

Das September-Gedicht von Eduard Mörike (1804-1875)

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

 

Juli

Ringelnatz, Joachim (1883-1934)

Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis. 
Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser
Weil`s wohltut, weil`s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir,
dann spiel, was dir kommt.

 Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

 

Juni

Nächte hat er, weich und schwer.
... Durch das offne Kammerfenster
strömt der Junigeister Heer,
strömen all die Duftgespenster

vom Jasmin, Akazienstrauch,
von dem lilafarbnen Flieder,
und ein übermächtger Hauch
löst die tagesmüden Glieder.

Auch die Rosen wollen schon
ersten
Duft
zum Träumer tragen;
in dem Drängen klingt ein Ton
nach vom Nachtigallenschlagen.

O du weiche, schwere Nacht,
sing nun noch das Lied der Lieder,
singe von der höchsten Macht:
von der Liebe sing mir wieder!

Karl Ernst Knodt

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März: Da es für die Gesundheit sehr förderlich ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein. (Voltaire, Philosoph, 1694-1778)

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Es ist gar kein übler Monat, dieser Februar,
man muss ihn nur zu nehmen wissen.

Wilhelm Raabe, (1831 - 1910), deutscher Erzähler (Pseudonym: Jakob Corvinus),
einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus
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Joseph von Eichendorff

Frühlingsnacht

Übern Garten durch die Lüfte
Hört ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte, 
Unten fängt's  schon an zu blühn.

Jauchzen möcht ich, möchte weinen,
Ist mir's doch,  als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond,  die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen:
Sie ist deine, sie ist dein!

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Erich Kästner

Der Februar

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Welt vergeht
bleibt ja doch nur eins: die Zeit.

Pünktlich holt sie aus der Truhe
falschen Bart und goldnen Kram.
Pünktlich sperrt sie in die Truhe
Sorgenkleid und falsche Scham.

In Brokat und seidnen Resten,
eine Maske vorm Gesicht,
kommt sie dann zu unsren Festen.
Wir erkennen sie nur nicht.

Bei Trompeten und Gitarren
drehn wir uns im Labyrinth
und sind aufgeputzte Narren
um zu scheinen, was wir sind.

Unsre Orden sind Attrappe.
Bunter Schnee ist aus Papier.
Unsre Nasen sind aus Pappe.
Und aus welchem Stoff sind wir?

Bleich, als sähe er Gespenster,
mustert uns Prinz Karneval.
Aschermittwoch starrt durchs Fenster.
Und die Zeit verläßt den Saal.

Pünktlich legt sie in die Truhe
das Vorüber und Vorbei.
Pünktlich holt sie aus der Truhe
Sorgenkleid und Einerlei.

Nordwind bläst. Und Südwind weht.
Und es schneit. Und taut. Und schneit.
Und indes die Zeit vergeht,
bleibt uns doch nur eins: die Zeit.

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Wir erwarten vom neuen Jahr immer das,
was das alte nicht gehalten hat.
Dabei sind wir es doch selbst, die das Jahr gestalten.
© Peter Amendt, (*1944), Franziskaner
Quelle : »Wenn das Leben uns lehrt«

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Verschneit der Weg,
Vom Wind verweht.
Wegweiser stehn und weisen,
Wo meine Strasse geht.
So still der Wald,
In weissen Schleiern
Still und kalt.
Schneeflocken wehen durch die Luft –
Kein Menschenlaut,
Kein Vogel ruft.
Der Schnee webt mir ein weisses Kleid,
Ich wandre still, ich wandre weit,
Mag keinen Weiser am Wege sehn,
Mag meine eigene Strasse gehn
Im weissen Winterfrieden.


Thekla Lingen (1866-1931)

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NOVEMBER

Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdriesslich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ‘ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn’ Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch’ unvernünft’ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!

Heinrich Seidel

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Vor mir hergetrieben
Weht ein welkes Blatt.
Wandern, Jungsein und Lieben
Seine Zeit und sein Ende hat.

Das Blatt irrt ohne Gleise
Wohin der Wind es will.
Hält erst in Wald und Moder still...
Wohin geht meine Reise?

Hermann Hesse

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Im September ist alles aus Gold:
Die Sonne, die durch das Blau hinrollt,
Das Stoppelfeld,
Die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,
Das Kreuz auf der Kirche,
Der Apfel am Baum.
Ober hält? Ob er fällt?
Da wirft ihn geschwind
Der Wind
in die goldene Welt

Georg Britting

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Inserat im August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Daß sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.

Theodor Storm

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Gedanken zu unseren Strandauftritten

Joachim Ringelnatz
Kindersand

Das Schönste für Kinder ist Sand.
Ihn gibt’s immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
Zärtlich durch die Hand.

Weil man seine Nase behält,
Wenn man auf ihn fällt,
Ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
Wenn sie in ihm wühlen,
Nichts und das Himmelreich.

Denn kein Kind lacht
Über gemahlene Macht.

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Ich bin der Juli                                   Paula Dehmel

     

    Grüß Gott! Erlaubt mir, daß ich sitze.
    Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?
    Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,
    die Ähren sind zum Bersten voll;
    reif sind die Beeren, die blauen und roten,
    saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

     

    So habe ich ziemlich wenig zu tun,
    darf nun ein bißchen im Schatten ruhn.
    Duftender Lindenbaum,
    rausche den Sommertraum!
    Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?
    Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

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Christian Morgenstern

Du bist mein Land

Du bist mein Land,
ich deine Flut,
die sehnend dich ummeeret;
Du bist der Strand,
dazu mein Blut
ohn' Ende wiederkehret.

An dich geschmiegt,
mein Spiegel wiegt
das Licht der tausend Sterne;
und leise rollt
dein Muschelgold
in meine Meergrundferne.

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Der Juni kam. 
Lind weht die Luft. 
Geschoren ist der Rasen.
Eine Wonne voller Rosenduft 
dringt tief in unsere Nasen.

Busch, Wilhelm (1832-1908)

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endlich Mai

„Wie herrlich leuchtet/ Mir die Natur!/
Wie glänzt die Sonne!/ Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten/ aus jedem Zweig/
Und tausend Stimmen/ Aus dem Gesträuch.

Und Freud und Wonne/ Aus jeder Brust./ O Erd', o Sonne,/
O Glück, o Lust. O Lieb', o Liebe,/ So golden schön/
Wie Morgenwolken/ Auf jenen Höhn,
Du segnest herrlich/ Das frische Feld -/ Im Blütendampfe/
Die volle Welt!

O Mädchen, Mädchen,/ Wie lieb' ich dich!/
Wie blinkt dein Auge,/ Wie liebst du mich!
So liebt die Lerche/ Gesang und Luft,/ Und Morgenblumen/
Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe/ Mit warmen Blut,/
Die du mir Jugend/ Und Freud' und Mut
Zu neuen Liedern/ Und Tänzen gibst./
Sei ewig glücklich,/ Wie du mich liebst.”

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

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Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei,
singen Bauer und Winzer Juchhei!
Bauernweisheit

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Kleines Märchen wie geht`s nur an,
das man so lieb dich haben kann.
Was liegt in Dir? - erzähle!
Es liegt darin ein wenig Klang,
ein wenig Wohltat und Gesang
und eine ganze Seele.

(M. v. Ebner-Eschenbach)

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Silvesternacht düster oder klar,
deutet auf ein neues Jahr.

Bäuerliche Scherzregel
Quelle: www.aphorismen.de

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Der Weihnachtsbaum

Von Ernst Mortitz Arndt
Bonn 1847

Blüh' denn, leuchte, goldner Baum,
Erdentraum und Himmelstraum,
Blüh' und leucht' in Ewigkeit
Durch die arme Zeitlichkeit!

Sei uns Bild und sei uns Schein,
Daß wir sollen fröhlich sein,
Fröhlich durch den süßen Christ,
Der des Lebens Leuchte ist.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
Daß wir sollen tapfer sein,
Auf des Lebens Pilgerbahn,
Kämpfend gegen Lug und Wahn.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
Daß wir sollen heilig sein,
Rein wie Licht und himmelklar,
Wie das Kindlein Jesus war.

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Ihr lacht wohl über den Träumer,
der Blumen im Winter sah ?
(Wilhelm Müller)

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Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon
kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sich Türme, Dächer, Zweige
und das Jahr geht auf die Neige
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen,
lassen uns den tag schon ahnen
und wir sehen schon den Stern.

(Theodor Fontane)

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In trauter Verborgenheit

Ade, ihr Sommertage,
Wie seid ihr so schnell enteilt,
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.

Wohl war es ein Entzücken,
Zu wandeln im Sonnenschein,
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.

Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns hernieder gerauscht.

Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht,
Bei Tage krächzen die Raben,
Die Käuze schreien bei Nacht.

Was ist das für ein Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.

Kein Wetter kann uns verdrießen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schließen
Hübsch feste die Türen zu.

(Wilhelm Busch)

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Laß dich fallen,
lerne Schlangen beobachten,
pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen,
schaukle so hoch du kannst mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“,
tue es aus Liebe.
Glaube an Zauberei,
lache eine Menge,
bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern,
höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem,
unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig,
baue eine Burg aus Decken,
werde naß,
umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

Joseph Beuys - Lass dich fallen

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Der Mensch bringt sogar die Wüste zum Blühen.
Die einzige Wüste, die Ihm noch Widerstand bietet,
befindet sich in seinem Kopf.

Ephraim Kishon

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Ostergedicht - Joachim Ringelnatz -

Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
Glockenklingen sich auf Lenzeschwingen
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, -
dann mit jenen Dichterlingen
und mit deren jugendlichen Bräuten
draußen schwelgen mit berauschten Händen -
ach, das denk ich mir entsetzlich,
außerdem - unter Umständen -
ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingwärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.

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Wäre das Leben
reines Zuckerschlecken,
uns wäre bestimmt bald kotzübel.

Helga Schäferling geb. Lösch

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Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr 
als Bremse oder als Motor benutzen willst. 

Henry Ford 

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Weihnachten
Joachim Ringelnatz (1883-1934)

 

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
daß die kleinste Welt die größte ist.

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Wenn einer schwer arbeitet,
sollte er Abends seine Hände kühlen können im rinnenden Wasser,
sorglos und lächelnd seine Müdigkeit vertreiben mit lockeren Gesten,
und sollte, ehe er einschläft,
noch Hunger haben auf Gespräche mit Freunden oder Frauen
oder den unsichtbaren Bedrängern seines Herzens,
den Träumen, den unausgesprochenen Worten.
Er sollte seine Bitterkeit verlieren und Leichtigkeit gewinnen
im Atem des Abends auf Veranden
und im Dunkel verschwiegener Dielen.
So könnte er verwinden den bitteren Satz auf dem Boden eines jeden Tages
und seine Trauer verstreun
leichtsegelnd wie die Schatten großer Schiffe in seinem Auge.

Karl-Alfred Wolken

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"Die Phantasie ist dem Menschen das,
was dem Himmel die Sterne sind"
GabrieleEnde

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"Man muss manchmal einen Ausdruck aus der Sprache herausziehen,
ihn zum reinigen geben -
und kann ihn dann wieder in den Verkehr einführen"

Ludwig Wittgenstein

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Mondbeglänzte Zaubernacht,
Die den Sinn gefangen hält,
Wundervolle Märchenwelt,
Steig' auf in der alten Pracht!

Ludwig Tieck (1773-1853)

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Eine Übung, die von Kopf bis Fuß erfrischt,
ist das Anheben der Mundwinkel.

~© Else Pannek ~
deutsche Lyrikerin
*26.06.1932 (Hamburg)

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Ludwig Tieck (1773-1853)

Zeit



So wandelt sie im ewig gleichen Kreise,
die Zeit,
nach ihrer alten Weise,
Auf ihrem Wege taub und blind;
Das unbefangne Menschenkind
erwartet stets vom nächsten Augenblick
ein unverhofftes seltsam neues Glück.
Die Sonne geht und kehret wieder,
kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,
die Stunden die Wochen abwärts leiten,
die Wochen bringen die Jahreszeiten.
Von außen nichts sich je erneut,
in dir trägst du die wechselnde Zeit,
in dir nur Glück und Begebenheit.

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Rainer Maria Rilke

Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin bereit
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

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Mein Körper rät mir: Ruh dich aus!
Ich sage: Mach‘ ich, altes Haus!
Denk´ aber: Ach, der sieht´s ja nicht!
Und schreibe heimlich dies Gedicht.
Da sagt mein Körper: Na, na, na!
Mein guter Freund, was tun wir da?
Ach gar nichts! sag ich aufgeschreckt,
und denk‘: Wie hat er das entdeckt?
Die Frage scheint recht schlicht zu sein,
doch ihre Schlichtheit ist nur Schein.
Sie lässt mir seither keine Ruh:
Wie weiß mein Körper was ich tu?

Robert Gernhardt
 

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Aus des Meeres dunklen Tiefen
Stieg die Venus still empor,
Als die Nachtigallen riefen
in dem Hain, den sie erkor.

Und zum Spiegel, voll Verlangen,
Glätteten die Wogen sich,
Um ihr Bild noch aufzufangen,
Da sie selbst auf Ewig wich.

Lächelnd gönnte sie dem feuchten
Element den letzten Blick,
Davon blieb dem Meer sein Leuchten
Bis auf diesen Tag zurück.

Friedrich Hebbel

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Im dunklen Erdteil Afrika
Starb eine Ziehharmonika.
Sie wurde mit Musik begraben.
Am Grabe sassen zwanzig Raben.
Der Rabe Num'ro einundzwanzig
Fuhr mit dem Segelschiff nach Danzig
Und gründete dort etwas später
Ein Heim für kinderlose Väter.
Und die Moral von der Geschicht? -
Die weiss ich leider selber nicht.

Joachim Ringelnatz

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Magerer Laubfrosch
lass dich nicht unterkriegen!
sieh, ich stehe dir bei: Issa.
Haiku

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Du gabst mir meinen ersten Kuss
davon erkrankt ich sehr,
gib einen zweiten mir anjetzt
und stell mich wieder her.
Und gibst du einen dritten mir
sogleich noch hinterdrein,
so werde ich bis an den Tod
gesund und fröhlich sein.
Wilhelm Müller (1794-1827)

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Ein Jahr ist zu Ende ....

Ein Jahr ist zu Ende.
Nun gebt euch die Hände
und sagt: Alles Gute! Gesundheit und Glück!
Beschließt in Gedanken,
Euch nicht mehr zu zanken,
und denkt an die Sünden vom Vorjahr zurück.

Bleibt nett und verträglich,
Und drückt euch nicht täglich
Vom Waschen und Lernen auf listige Art!
Tut`s auch nicht verdrießlich!
Es bleibt euch jas schließlich,
Ob schneller, ob langsamer, doch nicht erspart.

Ein Jahr will beginnen.
Im Glockenturm drinnen
Erschrecken die Tauben vom Bimm
und vom Bumm.
Seid nicht wie die Tauben!
Ihr müsst an Euch glauben.
Stapft fröhlich ins Neujahr und dreht euch
nicht um!

James Krüss

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Die Jahre ....

Die Jahre kommen und gehen,
Geschlechter steigen ins Grab,
Doch nimmer vergeht die Liebe,
Die ich im Herzen hab.

Nur einmal noch möcht ich dich sehen,
Und sinken vor dir aufs Knie,
Und sterbend zu dir sprechen:
"Madame, ich liebe Sie!"

Heinrich Heine aus: Buch der Lieder

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Märchen erzählen
was Du riechen, hören, schmecken,
 fühlen und sehen kannst
und dahinter erzählen sie
 von Liebe, Weisheit und Wahrheit.

Gioia Timpanelli

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Zuhören ist eine leise,
aber elementare Äußerung
guten Benehmnens.
Thaddäus Troll

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Wirklich unersetzlich in der Geschichte
waren nur Adam und Eva
Mark Twain

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Die Sprache ist ein Gewölke,
an dem jede Phantasie ein anderes Gebilde erblickt
Jean Paul

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Komm,
wir hängen Märchen in die Bäume,
legen uns drunter,
träumen,
fühlen,
leben sie.
Ingrid Schade

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"Belehrung findet man öfter in der Welt
als Trost"
Georg Christof Lichtenberg

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Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike (1804-1875)

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Zur Beruhigung


Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief -
Doch jener erwachte und bohrte tief
In Cäsars Brust das kalte Messer!
Die Römer waren Tyrannenfresser.

Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.
Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,
Ein jedes Volk hat seine Größe;
In Schwaben kocht man die besten Klöße.

Wir sind Germanen, gemütlich und brav,
Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf,
Und wenn wir erwachen, pflegt uns zu dürsten, Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.

Wir sind so treu wie Eichenholz,
Auch Lindenholz, drauf sind wir stolz;
Im Land der Eichen und der Linden
Wird niemals sich ein Brutus finden.

Und wenn auch ein Brutus unter uns wär,
Den Cäsar fänd er nimmermehr,
Vergeblich würd er den Cäsar suchen;
Wir haben gute Pfefferkuchen.

Wir haben sechsunddreißig Herrn
(Ist nicht zuviel!), und einen Stern
Trägt jeder schützend auf seinem Herzen, Und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.

Wir nennen sie Väter, und Vaterland
Benennen wir dasjenige Land,
Das erbeigentümlich gehört den Fürsten;
Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten.

Wenn unser Vater spazierengeht,
Ziehn wir den Hut mit Pietät;
Deutschland, die fromme Kinderstube,
Ist keine römische Mördergrube.


Heinrich Heine
(1797-1856)

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Sie mahnen mich an die Fabel von dem Wolf, welcher, als er Hunger hatte, sich eines Schafes bemächtigte. Er fraß mit gieriger Hast dessen beide Vorderbeine, jedoch die Hinterbeine verschonte er und sprach: "ich bin jetzt gesättigt. Diesem guten Schafe, dass mich mit seinen Vorderbeinen gespeiset hat, lasse ich aus Pietät alle seine übrigen Beine
und den Rest seines Leibes.
(Heinrich Heine)

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... Guten Morgen! Leben ist nicht genug, 
sagte der Schmetterling. 
Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume gehören auch dazu. 

(H.Ch.Andersen)

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"Bei Bilderbuch, Lied und Märchen 
liegt der Anfang aller Kultur.
Götter und Heroen 
sind zu Spielkameraden der Kindheit
eben gut genug."  
Isolde Kurz
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"Wer die Sprache liebt, 
weiß; dass sie das menschlichste am Menschen ist
und darum auch schrecklichster Ausdruck
seiner Unmenschlichkeit werden kann."      
Heinrich Böll

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"Wenn die Welt zu nichts anderem gut wäre,
so ist sie doch ein ausgezeichneter Gegenstand der Betrachtung."
William Hazlitt

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"Was wäre es doch für ein Segen, 
wenn wir die Ohren so mühelos 
auf- und zumachen könnten 
wie die Augen"
Georg Christof Lichtenberg
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"Erst flog sie Kurven
und dann quer,
dann schien es kurz,
als fiel sie schwer,
aber sie hielt nur inne
und grüßte von der Zinne.

Dann stieg sie langsam
Wind für Wind
herunter wie ein
Königskind -
ach was! - sie ließ sich
tragen!

Sie sagte - nein,
sie sagte nichts;
kann sein,
ich wollt´ was fragen,
als ich sie deutlich
vor mir sah:

Sie war - war sie`s? -
zum Greifen nah -
ein Wunder -
oder wunderbar
und grad in diesem "Jetzt!"
für mich:

...ich -
wie ich flog
durch`s letzte Jahr,
das heißt,
was davon übrig war,

ein Blick
auf ein Kristall
mit Sehnsucht
nach dem All.

P. T. Schulz

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"Immer die kleinen Freuden aufpicken,
bis das große Glück kommt:
Und wenn es nicht kommt,
 so hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt"

Theodor Fontane

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Wäre das nicht schön, 
wenn die Leute, die nicht hören wollen,
allmählich zu fühlen begännen.

Felix Renner

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"Müßiggang, du heiliges Kleinod,
einziges Fragment der Gottähnlichkeit, 
das uns noch aus dem Paradies blieb"

Friedrich Schlegel

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"Eine Geschichte zu hören ist eine Sache,
doch sie entfaltet erst ihre ganze Wirkung durch den Ausdruck des Erzählers. 
Durch Mimik, Gestik und Intonation 
bekommt sie eine Seele"

Andrea Blümer

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"Ein freundliches Wort kostet nichts 
und ist doch das schönste aller Geschenke"

Daphne du Maurier

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"Kultur ist nur ein dünnes Apfelhäutchen
                 über einem glühenden Chaos"

Friedrich Nietzsche

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Zweifle nicht an dem der Dir sagt, er habe Angst,
aber hab Angst vor dem der Dir sagt, er kennt keinen Zweifel.

Erich Fried


Das Märchen ist einfach, klar durchsichtig
und ein Labsal wie die Luft .

Adalbert Stifter


Es gibt nichts das die Seele so ermutigt, 
das Herz so läutert,
in die Tiefen der Gedanken so vordringt, 
den Verstand schärft,
den Menschen weise macht... 
als Geschichten. 

Nach: Rabbi Nachman von Bratzlaw


Alles ist ein Märchen.

Novalis


Das Auge führt den Menschen in die Welt,
das Ohr die Welt in den Menschen 

Lorenz Oken


Geschichten können entweder entflammen oder entzünden.
Sie können ein System zersetzen oder die Welt erleuchten.

Ben Okri


Märchen sind Entwürfe von Glück 

unbekannt


Eine gute Gelegenheit ist schwer zu bekommen,
aber leicht zu versäumen!

fernöstliche Weisheit


Muße ist der Boden, auf dem Kultur wächst 

Katherine M. Briggs


Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, ob sie wiederkommen

Oskar Wilde


Der Mensch bringt sogar die Wüste zum Blühen. Die einzige Wüste, die Ihm noch Widerstand bietet, befindet sich in seinem Kopf.

Ephraim Kishon


Wende Dein Gesicht der Sonne zu und alle Schatten werden hinter Dich fallen.

Maorisches Sprichwort


"Wir sind von solchem Stoff, aus dem die Träume werden; ...".

W. Shakespeare, "Der Sturm"


Tiefere Bedeutung liegt in den Märchen meiner Kinderjahre als in der Wahrheit, die das Leben lehrt.

Friedrich Schiller


Durch sein Erlöschen verliert kein Vulkan an Tiefe.

Hans Kudszus


Ich habe heute ein paar Blumen
nicht gepflückt, um dir ihr Leben
zu schenken.

Christian Morgenstern


Lasst euch bewegen, Menschenkinder!
Von Tanz, Musik 
von Bildern die in euren Herzen wuchern
wie wilder Mohn.
Rot und verwegen

Gertrud Ihls


Den Ganzen Tag lang hatten die Grillen gefiedelt. Erst am Abend begann die Nachtigall zu schlagen. 
"Warum sind Deine Lieder so kurz?"
Sie sind so kurz, weil ich so viele weiß und weil ich sie noch alle singen will"

Aus den Fabeln des Äsop


Mein Tür an Tür Nachbar, ein Chinese aus Hongkong, kehrt, 
wenn er mit dem Besen kehrt, immer zuerst vor meiner Tür, erst dann vor der Seinen.
Er kennt unsere Redensart vom Kehren vor Türen nicht. Mir ist sie geläufig, habe mich aber inzwischen von ihr abgekehrt und kehre, wenn ich mit dem Besen kehre, zuerst vor der Tür meines Nachbarn, des Chinesen aus Hongkong, und dann erst vor meiner.
So sind bei seiner Rückkehr von der Arbeit oder bei meiner Heimkehr die Treppen immer blank - 
und die alten Regeln weggekehrt. Kehraus der Abgrenzungen.

Hans Manz


Wenn man auch allen Sonnenschein wegstreicht,
so gibt es doch noch den Mond und die hübschen Sterne
und die Lampen am Winterabend.
Es ist so viel schönes Licht in der Welt.
Lasst es uns erkennen.

Wilhelm Raabe

 

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